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Sprühflaschen Ratgeber: Worauf es wirklich ankommt

Eine Sprühflasche scheint ein simples Alltagsutensil zu sein – bis der Hebel klemmt, die Dichtung aufquillt oder die Düse keinen Nebel mehr erzeugt. Hier finden Sie das technische Hintergrundwissen, um Fehlkäufe zu vermeiden.

1. Die Behältermaterialien im technischen Vergleich

Der Behälter muss sowohl gegen den Inhalt chemisch inert sein als auch mechanischen Belastungen standhalten:

Braunglas (Typ III)

Geruchsneutral, frei von Weichmachern und bietet Lichtschutz vor UV- und Blaustrahlung im Bereich bis ca. 450 nm. Bewährt für Essiglösungen, Hydrolate und ätherische Öle. Nachteil: Bruchanfällig bei Stürzen.

HDPE (High Density Polyethylen)

Stoßfester Kunststoff mit breiter Beständigkeit gegen wässrige Säuren und Laugen. Standard für Haushaltsreiniger und Desinfektionsmittel.

PET (Polyethylenterephthalat)

Kristallklar und formstabil bei Raumtemperatur. Perfekt für Kosmetik- und Friseur-Feinnebler. Nicht über 50 °C erhitzen.

Edelstahl / Aluminium

Extrem robust. Bei Aluminium ist jedoch eine Innenbeschichtung nötig, da Säuren und Laugen das Metall sonst angreifen.

2. Dichtungsmaterialien: Das Herzstück des Sprühkopfs

Wenn ein Sprühkopf leckt oder den Druck verliert, liegt es fast immer an einer für das jeweilige Medium ungeeigneten Dichtung. Maßgeblich für die chemische Beständigkeit sind neben dem Dichtungswerkstoff stets die Medienkonzentration, Einwirkzeit und Temperatur:

  • NBR (Nitrilkautschuk): Weit verbreiteter Standard für Wasser, milde neutrale Reiniger und Pflanzenschutzmittel. Bei konzentrierten Säuren, Alkoholen und starken Lösungsmitteln neigt NBR zu Quellung oder Versprödung.
  • FKM (Viton®): Hervorragend geeignet für Öle, Schmiermittel, Kohlenwasserstoffe, Bremsenreiniger und viele Säuren. Nicht optimal für polare Lösungsmittel wie Aceton oder Ketone.
  • EPDM: Ausgezeichnet für alkalische Laugen, viele Alkohole, Ketone und sauerstoffhaltige Medien (z. B. essigsäurehaltige Mischungen bis 10 %). Ungeeignet für mineralische Schmieröle und Benzin.

3. Pflegehinweise für eine längere Nutzungsdauer

  1. Nach Gebrauch spülen: Füllen Sie nach dem Versprühen von klebrigen Substanzen klares warmes Wasser ein und pumpen Sie 5–10 Hübe durch.
  2. Druck ablassen: Bei Drucksprühflaschen nach Beendigung der Arbeit stets das Entlüftungsventil ziehen.
  3. Nicht in der prallen Sonne lagern: Hitze und UV-Strahlung lassen Kunststoffe und Dichtungsringe schneller verspröden.

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